Bier on the rocks zu allen Speisen

Bier on the rocks zu allen Speisen

  
Wenn Ausländer von thailändischen Freunden oder Geschäftspartnern zum Essen eingeladen werden, sollten sie die Etikette und die kulturellen Unterschiede kennen. Für Farang gilt vor allem: Sagen Sie Thailändern nie, dass diese zu viel essen! Normalerweise werden Thais Sie fragen, welche Art Essen Sie vorziehen. Falls Sie thailändische Küche mögen, lassen Sie den Gastgeber das Restaurant vorschlagen. Wenn Sie am Tisch Platz genommen haben, sagen Sie dem Gastgeber, wie scharf Sie die Speisen gewürzt haben möchten. Normalerweise ist Thai-Food in den guten Restaurants so gewürzt, dass sie auch Ausländer genießen können. Weisen Sie Ihren Gastgeber auch auf Gerichte hin, die Sie aus gesundheitlichen oder religiösen Gründen auf gar keinen Fall essen. Sollte Ihr Gastgeber ein Thai-Chinese sein, kann es passieren, dass er Sie in einem China-Restaurant bewirten möchte. Falls Sie mit Essstäbchen nicht umgehen können oder sich dabei zumindest nicht wohl fühlen, fragen Sie nach Besteck Ihrer Wahl. Der Gebrauch von Messer, Gabel und Löffel an Stelle der Stäbchen wird akzeptiert. Für gewöhnlich sind die Leute, die andere einladen, die Gastgeber, das heisst, sie bezahlen auch die Rechnung. Bitte versuchen Sie nicht, die Kosten für den unterhaltsamen Abend zu teilen, selbst wenn sie es gut meinen und den Gastgeber nicht überfordern möchten. Es würde nicht nur lächerlich aussehen, sondern ein Thai könnte denken: „Dieser Mensch will niemandem einen Dank schulden. Wenn er meine Gastfreundschaft zurück weist, will er wahrscheinlich keine Verbindung mit mir; nur striktes Geschäft, sonst nichts.“ Einige interessante Eigenarten der Gastgeber bei solchen Anlässen: Viele Thais werfen Eis in ihr Bier. Das verdirbt zwar den Geschmack, aber wen kümmert’s? Whisky on the rocks ist hingegen nicht populär. Man mischt ihn eher mit Sodawasser, Coke, Pepsi oder Trinkwasser. Die Thais trinken Whisky, während sie die verschiedenen Gerichte verzehren. Das soll dem Aufbau eines guten Verhältnisses nützlich sein, und außerdem kann man dabei auch einiges erfahren. Wenn ein thailändischer Gastgeber Sie auf einen schnellen Drink einlädt, fragen Sie besser nach, was er unter „schnell“ versteht. Denn das kann durchaus vier oder fünf Stunden dauern. Einige Punkte, die thailändische Gastgeber von westlichen unterscheiden: Sie neigen dazu, viele Gerichte zu bestellen, denn sie wollen sicherstellen, dass genug Essen für die Gäste auf dem Tisch steht. Das ist eine Sache des „Gesichts“. Das verliert man nämlich, wenn die Gäste nicht satt werden. Selbst wenn nur ein Gast eingeladen wird, werden vier oder fünf Gerichte bestellt, die dann in die Mitte des Tisches kommen. Jeder in der Runde kann sich davon bedienen. Meistens hat jedes Gericht einen eigenen Löffel, den man benutzen sollte, wenn man sich bedient, nicht seinen eigenen. Wenn am Tisch mehr als zwei Personen sitzen, kann die Zahl der Gerichte leicht auf sieben oder acht steigen. Eine weit verbreitete Bemerkung westlicher Gäste ist: „Ich kann nicht verstehen, wie Thais so viel essen können und dabei trotzdem ihre schlanke Linie behalten.“ Sie denken, das sei ein Kompliment, doch viele Thais fassen das als Beleidigung auf: „Du bist so gierig, du bestellst viel mehr als du essen kannst.“ Es klingt außerdem so, als ob Thais jederzeit hungrig wären. Tatsache ist jedoch, dass sie bei ihren regulären Mahlzeiten gar nicht so viel essen. Doch weil sie ihren Gast zufriedenstellen wollen, wird immer mehr bestellt, um für jeden Appetit gewappnet zu sein. Außerdem besteht jedes thailändische Gericht aus einer nicht allzu großen Portion. Die meisten thailändischen Gastgeber bewirten ihre Gäste allein. Es ist völlig unüblich, dass sie dabei von ihren Ehefrauen begleitet werden, wie es in westlichen Ländern normal ist. Das mag daran liegen, dass es in nicht allzu ferner Vergangenheit in Thailand keine sogenannten Karrierefrauen gab. Heute existieren die zwar auch hier, doch da gibt es noch den Straßenverkehr von Bangkok, der es oft sehr beschwerlich macht, von einem Ort zum anderen zu kommen. Einige Warnungen: Thailänder haben einen Benehmens-code, der hier „sombat puh die“ genannt wird und so viel wie Qualifikation für die bessere Gesellschaft bedeutet. Da gibt es viele Fallgruben für unwissende Ausländer, z.B.: Kauen während des Sprechens ist unhöflich. Aber das sollte eigentlich jeder Ausländer mit Kinderstube wissen. Auch lautes Kauen und Essen mit offenem Mund wird nicht als die wahre Art des feinen Mannes betrachtet.