Thailands Mythos Gold

Für Thais ist Gold nicht einfach nur ein bedeutendes Edelmetall, sondern gilt als alltägliche Handelsware mit Statussymbol, als Garantie für finanzielle Liquidität und gleichzeitig als persönlich mitgeführte Sicherheit für Notfälle.

Schweigen ist Gold, sagt das Sprichwort - doch Gold hat immer seinen Preis.

Der verlockende und betörende Glanz. Die meisten Thais glauben, es sei einfach, Goldschmuck (vor allem Goldketten) nach seinem schillernden Glanz zu bewerten. Aber genauso viele werden leicht von billigen Imitationen getäuscht.
Denn die Konsumenten haben in der Regel wenig Erfahrung mit Gold und glauben durchgehend das, was das Verkaufspersonal Ihnen erzählt.
Da das kostbare Edelmetall mit dem verlockenden Glanz, gerade in Thailand, zum Teil grosse Unterschiede in der handwerklichen Ausführung, im Preis und seinem Reinheitswert aufweist, sollte jeder Käufer zunächst gewisse grundlegende Informationen einholen.

Doch aufgepasst, um einen Handel zu tätigen, nehmen es manche 'Goldverkäufer' mit der Wahrheit nicht so ernst. Nur gewisse Kenntnisse über das im Handel erhältliche Gold und die kleinen Tricks der 'Händler' können der Kunden davor bewahren, vom Glanz geblendet und betrogen zu werden.
Der Irrglaube 'Thaigold': Schon seit Generationen, glaubten die Thais, dass der Goldschmuck den sie kaufen, aus 100 Prozent reinem Gold sei, weil die Verkäufer ihnen dies eben erzählten. Und so ist auch heute noch dieser Irrglaube bei Thais vorhanden. Es kann leicht sein, dass Sie einer Thailänderin in Europa eine 24-Karat-Goldkette kaufen, jedoch die Beschenkte ihnen weismachen will, dass eben 'Thaigold' wertvoller sei.....

Thaigold 

In Wirklichkeit hat aber das in Thailand als 'Thaigold' bekannte Gold 'nur' einen Reinheitsgrad von 96,5 Prozent, was 23 Karat entspricht. Die übrigen 3,5 Prozent bestehen aus Zusatzmetallen, die das Gold härter und solider für die Verarbeitung, dafür auch robuster für den Gebrauch machen. Obwohl dieses 'Thaigold' nicht 100prozentig rein ist, wird dieser Reinheitsgrad vom thailändischen Wirtschaftsministerium als Standard in Thailand anerkannt. Gold das einen geringeren Reinheitslevel hat, wird als minderwertig angesehen.
Aus dieser Bestimmung ist leicht abzuleiten, dass Gold mit 14 oder 18 Karat, bei Thais ohnehin als absolut wertlos gilt und in Thailand keinesfalls als Pfand angenommen wird. Gegenwärtig teilt man in Thailand die Goldhändler in zwei Gruppen auf. Die eine, mit einem Inlandmarktanteil von 95 Prozent, verkauft 23karätiges Gold in Geschäften, die über das ganze Land verteilt sind. Die zweite Gruppe besteht aus ausländischen Firmen, die erst vor einigen Jahren in Thailand zugelassen wurden und die den Konkurrenzkampf intensiviert haben. Diese Anbieter decken den Bedarf anspruchsvoller Klientel ab und verkaufen ausschliesslich Reingold - 24 Karat. Obwohl man aus marktwirtschaftlicher Sicht glauben könnte, dass sich die massive Konkurrenz günstig für die Kunden auswirken würde, so ist das leider in Thailand nicht gegeben.
 
Stempel als Garantie Im Gegensatz zu anderen 'Konsumgütern', deren Qualität sich durch Anschauen und Fühlen bestimmen lässt, kann die Qualität von Gold nicht mit blossem Auge geschätzt werden. Hingegen ist es einfach, das 'Goldstück' nach einem Garantiestempel abzusuchen. Grosse Goldgeschäfte in Thailand haben den Garantiestempel schon eingeführt, bevor dieser ab 1990 eine obligatorische Massnahme wurde. Der Stempel eines wohlbekannten Ladens ist genügend Garantie, dass der Kunde kein minderwertiges Gold oder gar Nachahmungen kauft. Ein solcher Stempel gewährleistet auch einen guten Wiederverkaufswert. "Wer sein Gold in Thailand verkaufen will, sollte zu dem Geschäft zurückgehen, wo er es gekauft hat., oder zumindest zu einer Firma die einen entsprechend hohen Standard hat. Wer bei einem weniger renommierten Händler verkauft, wird mit Sicherheit einen tieferen Preis erzielen," erklärt Jitti Tangsithpakdi, Präsident der thailändischen Goldhändlervereinigung.
 
Gold ist nicht immer Gold, durch die zunehmende Konkurrenz bieten ständig kleine Geschäfte ihr 'Gold' zu 'Sonderpreisen' an. Aber solche Anpreisungen sind absolut als Warnung zu sehen und es ist höchste Vorsicht angebracht. Niemand ist bereit Gold zu verschenken und schon gar nicht die Thais. Wie schon angesprochen, glauben viele Thais (gleichwohl Farang!), sie könnten Gold selbst einschätzen. Dies ist indes ein verhängnisvoller Trugschluss, denn ohne komplizierte Testmethoden ist es unmöglich, den Reinheitsgrad von Gold festzustellen. Nur langjährige Erfahrung ermöglich es den Experten, die Qualität eines aus Gold gefertigten Schmuckstücks mit den Augen und dem Fingerspitzengefühl zu bestimmen. Aufgrund des hohen spezifischen Gewichts von Gold, können qualifizierte Fachleute anhand des Gewichts erkennen, ob es sich um echtes Gold handelt. Weitere Möglichkeiten, verhältnismässig schnell einen Goldgegenstand auf seine Echtheit zu prüfen ist das Aufschneiden, um die innere Beschaffenheit des Metalls zu sehen, oder das Gold mit einer heissen Flamme zu erhitzen. Feuer hinterlässt niemals Spuren von Russ auf echtem Gold. Schliesslich gibt es eine Qualitätsprüfung, bei der man das Gold an ungeschliffener Keramik reibt. Echtes Gold lässt bei diesem Vorgang winzige Metallspähnchen zurück. Wenn man noch Schwefel- oder Salzsäure auf diese Fläche tröpfelt und das Metall seinen Glanz verliert oder gar seine Farbe verändert, ist das betreffende Stück mit Bestimmtheit eine Imitation. Skrupellose Schmuckhersteller überziehen ihr 'falsches Gold' daher mit einer hauchdünnen Schicht echten Goldes, um die erwähnten Qualitätsprüfungen zu täuschen. Solche 'vergoldete' Nachahmung können dann nur mit einem Querschnitt enthüllt werden. Es zeigt sich also, dass 'Thaigold' nicht mit funkelnden Augen, sondern mit coolem Verstand gekauft werden sollte.
 
Wenn man hingegen in den unzähligen Thaishops in der Schweiz, den 'Goldhandel' betrachtet, so muss man feststellen, dass nachwievor alle 'Fachleute' in Sachen Gold sind, und Höchstpreise bezahlt werden, ohne je etwas von einem Garantiestempel gehört zu haben, geschweige zu wissen was Karat und 'Baht' in diesem Business effektiv bedeuten. Die 'Schlaueren' achten dann überwiegend nur auf das Gewicht und den Preis, dabei selten auf den Reinheitsgrad der angepriesenen 'Goldketteli'. Zweifellos ist das unlogisch, denn für einen niedrigen Preis bekommt man auch nur minderwertige Ware, oder wie war das schon wieder mit dem Verschenken von Gold? Thailands 'Extrawurst' prägte den Mythos, eigentlich wird in der ganzen Welt das Gewicht von Gold in Gramm oder Unzen angegeben.
 
Einzig in Thailand nicht, dort bedient man sich einer eigenständigen Masseinheit, des sogenannten 'Baht'. Ein 'Baht', gleich 23-Karat-Gold. 'Thaigold' muss exakt 15,16 Gramm wiegen. Diese einzigartige thailändische Goldbewertung hat wohl auch zum Mythos beigetragen, 'Thaigold - das Gold des Goldes zu sein'. Das Gewicht eines Goldstückes ist also umso massgebender, und andererseits sollte auch der Preis im Auge behalten werden. In den Schaufenstern der thailändischen Goldhändler ist der jeweilige Tagespreis von Gold angegeben und dieser sollte mit dem aktuellen Marktwert 'identisch' sein.
 
Dazu sind die Hongkonger und New Yorker Goldbörsen entscheidend. Es empfiehlt sich, die angegebenen 'Baht' in den uns bekannten Gewichtswert umzurechnen und diesen mit dem internationalen Goldwert zu vergleichen. Denn Goldschmuck wird in Thailand fast ausschliesslich nach Gewicht verkauft. Nur geringe Beträge (ca. 150 - 250 Baht) werden als Arbeitsaufwand auf den Goldpreis aufgeschlagen, im Gegensatz etwa zur Schweiz und Deutschland, wo die kunstvolle Verarbeitung ihren eigenen Preis hat. In diesem heiss umkämpften Markt, der in Thailand angeblich von Chinesen kontrolliert wird, sollte jeder Gold-Interessent, sich vor Schlagworten wie 'Ausverkauf', 'Rabatt' oder 'Sonder- und Spezialpreis' in Acht nehmen, denn mit solchen Parolen werden meistens Produkte von schlechter Qualität, wenn nicht sogar Fälschungen angeboten. Ein schlauköpfiger Käufer sollte eben nicht nur über das nötige Kleingeld, sondern auch über dazugehöriges Wissen vergfügen, wenn er vermeiden will, hohe Preise für niedrige Qualität zu bezahlen.
 
Anmerkung von Pattaya.de: Nach unserer Meinung beziehen sich oben genannten Ausführungen natürlich nicht nur auf Thailänder, sondern auf ALLE Konsumenten, die Gold in Thailand kaufen und wieder verkaufen. Aus Gründen der Authentizität blieb jedoch der Originaltext unverändert. Wie berechne ich den Goldpreis (Mittelkurs, Reingold) in Baht ? Auch wurden wir immer wieder gefragt, wie ich den aktuellen Goldkurs (in Baht Währung) für eine Einheit (in thailändische Baht Goldgewicht) auf dem Internet berechnen kann. Wir haben lange in verschiedenen Suchmaschinen gesucht, und nichts gefunden. Dennoch haben wir eine einfache Lösung: Dazu muss man wissen, dass ein Gewichts-Baht genau 15,16 Gramm und eine Feinunze Gold genau 31,103 Gramm entspricht. Mit dieser Kenntnis kann ich ganz einfach einen beliebigen Internet Währungskonverter aufrufen und gebe jetzt ganz einfach als Ausgangswährung 0.4874 Feinunze Gold (dem Verhältniss Gewichtsbaht zu Feinunze) an, berechne als Zielwährung thailändische Baht, und schon habe ich 1 Baht Gold = so-und-so-viel Baht Währung. Natürlich aufgrund der verschiedenen Umrechnungen mit kleineren Ungenauigkeiten. Hier finden Sie ständig den aktuellen Wechselkurs für eine Feinunze Reingold. Olsen&Associates Currency Converter So einfach !!!