Grenzkonflikte haben in Thailand 700 jähriger Tradition, auf dem heutigen Gebiet Thailands kommt es seit Gründung der ersten Königreiche, die sich von der Herrschaft der Khmer und deren Tributzahlungen befreien konnten, seit Jahrhunderten immer wieder zu heftigen Grenzkonflikten und Auseinandersetzungen, die des öfteren ganze Königreiche vernichteten, um danach wieder zu erstarkten.

 

Die wichtigsten Königreiche auf thailändischem Gebiet

 

In der damaligen Region, in der westlichen Welt hauptsächlich als Siam bekannt, enstanden drei Königreiche, das Reich der Sukhothai (gegr.1238, ab 1438 Teil des Königreiches Ayutthaya), das von heutigen Thailändern als Begründung des thailändischen Volkes gilt und Königreiche wie Lan Na (gegr.1262 mit Hauptstadt Chiang Rai, 1558 von Birma erobert, 1599 von Ayutthaya zurückerobert), sowie das wohl mächtigste Königreich, Ayutthaya (von 1351 bis 1767, Hauptstadt erobert von Birma 1563, Befreiung 1593).

 

Das damalige Siam erweiterte nach der Rückeroberung Ayutthayas unter der Führung Prinz Naresuans seinen ursprünglichen Grenzverlauf. Von den im Norden gelegenen Shan-Staaten im heutigen Myanmar, über Lanna-Thai sowie Yunnan (China) und Lan Chang (Laos), über das heutige Süd-Vietnam und Kambodscha, bis hinunter nach Malaysia standen unter der Herrschaft Ayutthayas.

 

1767 wurde es dann vollständig von den Birmanen vernichtet, bis Taksin, der der Belagerung entkommen war, eine neue Hauptstadt in Thonburi aufbaute und einen erfolgreichen Widerstand gegen Birma organisieren konnte und in kürzester Zeit fast alle Gebiete des Reiches zum wiederholten Male zurückeroberte, bis er 1782 hingerichtet wurde und General Chakri (Rama der Erste ) neuer König wurde.

 

Thailands GrenzenStatt Kolonisierung Grenzerweiterung durch japanische Truppen

 

Dieser musste dann allerdings Zugeständnisse an die immer stärker werdenden europäischen Kolonialmächte machen und große Gebiete des Königreiches opfern, um als Pufferzone zwischen Großbritannien, das Malaya, Indien und Burma erobert hatte und Frankreich, dessen Armeen in Laos, Kambodscha und Vietnam standen, fungieren zu können, damit es nicht wiederholt überrannt wurde, oder in diesem Falle kolonisiert wurde.

 

Ab 1855 nannte man das Königreich dann auch offiziell Siam, dessen Grenzen annähernd denen des heutigen Thailands entsprachen. Im 2. Weltkrieg konnte sich Siam nochmals kurzzeitig vergrößern.

Um damals nicht von den japanischen Truppen überrannt zu werden, die bereits weit ins Landesinnerer vorgedrungen waren, schloss man ein Bündnis und erlaubte den Japanern, auf dem Weg zur Eroberung Burmas und Indiens, den Durchmarsch und erhielt als Gegenleistung Gebiete Malayas und Burmas von Japan zugesprochen, die aber durch Ministerpräsident Phibul 1944, nach seiner Amtsniederlegung, zurückgegeben wurden. Zu diesem Zeitpunkt waren die Grenzen des heutigen Thailands weitgehenst abgesteckt.