Mit seinem Ferrari hat der Enkel des Red Bull Erfinders, Vorayuth “Boss” Yoovidhya, so die Anklage, einen Motorradpolizisten erfasst, mit sich geschleppt und dann, sterbend oder bereits tot auf der Strasse liegen lassen.

Für die Polizisten war es ein Leichtes, den Aufenthaltsort des Täters auszumachen, führte doch eine Spur von ausgelaufener Gewebsflüssigkeit direkt vor das Anwesen einer der mächtigsten und reichsten Familien Thailands. Das ist mittlerweile fast 5 Jahre her. Was inzwischen geschehen ist:

- Der Familienchauffeur wurde als Opferlamm vorgeschoben. Er hat gestanden die Tat begangen zu haben. Dumm nur: Er hatte kein Täterwissen und wurde freigelassen.

- Die Anklage gegen den Red-Bull Enkel wegen Fahrens unter Drogeneinfluss wurde fallen gelassen.

- Die Klage wegen überhöhter Geschwindigkeit ist im Sand verlaufen. Die Verteidigung hatte die besseren Gutachten.

- Die Klage wegen „Fahrens unter Alkoholeinfluss“ ist verjährt. Der Angeklagte hat hat dummerweise sämtliche Prozesstermine wegen Krankheit und/oder Auslandsaufenthalten verpasst.

- Die Familie des Opfers wurde mit 100 Tausend Dollar „entschädigt“, so dass es keine Zivilklage mehr geben wird.

- Der Angeklagte lebt ein Luxus-Leben in Bangkok, London und wo auch immer das Red Bull Racing Team gerade seine Zelte aufgebaut hat.

Was wird geschehen?

Das was so oft in Thailand passiert, wenn der Geldadel Mist baut. Der Prozess wegen fahrlässiger Tötung ist nicht terminiert. Obwohl es offensichtlich ist, dass der Angeklagte kein Interesse an einer Verhandlung hat, ist er weiterhin, mittels Kaution, auf freiem Fuß. Wir erinnern uns an das alte Red Bull Werbefilmchen – ein Gefangener trinkt eine Dose und fliegt davon. Red Bull verleiht Flügel!