Thailands Regierung respektierte aus taktischen Gründen 1962 die Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes über den Status des Preah Vihear Tempels, hat sie aber zu keiner Zeit auch nur ansatzweise akzeptiert. Thailand behielt sich immer, früher wie heute, das Recht vor, diese Entscheidung jederzeit anzufechten, sobald es erforderlich werden würde und übersah dabei vollkommen die zukünftigen Auswirkungen dieser Haltung auf Thailands Besitzansprüche der umkämpfte Grenzregion zu Kambodscha.

 

Preah Vihear TempelKambodschas Regierung hingegen setzte sich schon immer dafür ein alle verfügbaren Möglichkeiten und Organisationen zu nutzen um ihr gefordertes Hoheitsrecht auf den Preah Vihear Tempel und das umliegende Gebiet durchzusetzen, ungeachtet der wirtschaftlichen Situation und den Folgekosten bezüglich der Unterhalts- und Instandsetzungskosten einer solchen Anlage.

 

Thailands Absichtserklärung stellt Bruch der Verfassung dar

 

Unter der Regierung von Samak Sundaravej (Amtszeit: Jan.–Sep. 2008) unterzeichnete der thailändische Außenminister Noppadon Pattama eine Absichtserklärung, sich bezüglich des Statuses des Prasat Preah Vihear als Weltkulturerbe mit Kambodscha zu einigen. Besagtes Dokument wurde anschließend ebenfalls vom Kabinett Thailands abgesegnet. 2008 erhielt es dann durch die UNESCO den offiziellen Freigabestatus als Weltkulturerbe.

 

Preah Vihear ThailandDas Verfassungsgericht befand aber im Nachhinein, dass dieses Abkommen einen Bruch der thailändischen Verfassung darstelle, da dies als eine internationale Verständigungsvereinbarung anzusehen ist und demnach einer Zustimmung des thailändischen Nationalrates bedarf. Trotzallem unternahmen auch die Folgeregierungen Thailands nichts, um dieses Missverständnis aus der Welt zu schaffen, geschweige denn in einem angemessenem Zeitraum zu diskutieren, um mögliche Pläne zur Einigung auszuarbeiten und damit vorstellig zu werden.

 

Thailand droht mit Austritt aus dem WHC

 

Die Regierung Abhisits sieht sich nun enormen Problemen gegenüberstehen, da auch unter seiner Regierungzeit bisher nicht angemessen auf den problematischen Grenzkonflikt eingegangen, oder auf die unbarmherzigen Kampagnen der kambodschanischen Regierung reagiert wurde. Nun drohte Thailand, durch Kambodschas Planungsmanagement, das nun ohne jegliche Hilfe Thailands finanziert werden kann, der vollständige Ausschluß bei der Mitwirkung zur Erhaltung des UNESCO Weltkulturerbes an seinen Grenzen.

 

Die thailändischen Regierung sieht sich, angesichts der möglichen politischen und nationalen Niederlage, mit dem Rücken an der Wand und drohte mit dem Austritt aus dem World Heritage Committee (WHC), sofern das Komitee das Planungsmanagement Kambodschas bewilligt, durch die geschickte Strategie Kambodschas könnte sich der thailändische Grenzverlauf zum wiederholten Mal in seiner Geschichte ändern.

 

Inzwischen gab das WHC die Verschiebung der Entscheidung zu den Managementplänen der Kambodschaner bekannt, womit die Grenzstreitigkeiten aber noch nicht beseitigt sind.