Die Lage in Thailand scheint sich zu entspannen. Zum 60. Thronjubiläums von König Bhumibols Adulyadej, der am 5. Mai 1946 zermoniell gekrönt wurde, legte der derzeitige Premier Thailans, Abhisit Vejjajiva, den oppositionellen Rothemden einen Fünfpunkteplan zur nationalen Aussöhnung vor. Der thailändische König, der eigentlich nur eine konstitutionelle Rolle innehat, gilt als eine der wichtigsten Integrationsfiguren Thailands und verfügt über seine Rolle hinaus an wesentlich mehr Einfluß.

 

In dem Fünfpunkte Plan heißt es unter anderem, obwohl Abhisits Amtszeit noch ein Jahr laufen würde, dass er bereits am 14. November diesen Jahres, sofern alle Parteien zustimmen, Neuwahlen der Regierung ansetzten will und sich das Parlament zwischen dem 15. und dem 30. September auflösen soll. Abhisit knüpfte allerdings auch Bedingungen an seinen Plan. So soll die Monarchie in Thailand bewahrt werden und eine Prüfung der Umstände, die zu den blutigen Auseinandersetzungen, zwischen den Rothemden und Sicherheitskräften, am 10. April, durchgeführt werden.

 

Die Rothemden fordern seit längerer Zeit Neuwahlen in Thailand, da ihrer Meinung nach Abhisit 2008, nach der militärischen Machtabsetzung des damaligen Premiers, Thaksin Shinawatra, zu Unrecht an sein Amt gekommen war. Der Anführer der Rothemden, Veera Musikapong, nahm die Zugeständnisse von Thailands Premier grundsätzlich an. Damit sei ein wichtiger Schritt gemacht und das Ziel für wahre Demokratie und der Machtrückführung an das Volk fast erreicht.

 

Der rote Mob soll sich baldigst auflösen, damit kann Thailands Hauptstadt Bangkok wieder aufatmen. Diese wurde seit Mitte März von den Rothemden belagert und in weiten Teilen komplett lahmgelegt. Bis zum heutigen Tag starben bei den Auseinandersetzungen 27 Menschen und mehr als 1000 wurden leicht bis schwer verletzt.

 

Sollten wirklich Neuwahlen durchgeführt werden und die heutige Opposition der Regierung gewinnen, werden weitere Demonstration wahrscheinlich nicht ausbleiben. Wie man bereits 2008 sehen konnte, als die Gelbhemden Bangkoks internationalen Flughafen Suvarnabhumi besetzt hielten und mehr als 300.000 Reisende fast eine Woche festsaßen, haben diese ebenfalls das Potenzial und den Willen die mögliche neue Regierung anzufeinden.

 

Der 14. November wird als Termin für Neuwahlen in Thailand wird den Rothemden allerdings nicht völlig zusagen, dadurch muss das Parlament erst Mitte September aufgelöst werden. Genau in diesem Monat wird der Haushalt der Regierung verteilt und der Umbau des übermachtigen Militärs getätigt.