Das thailändische Arbeitsministerium hält den Arbeitskräftemangel in Thailand weitherhin für äußerst problematisch und rief aus diesem Grund Vertreter der Industrie dazu auf, sich mit diesen unhaltbaren Zuständen eingehen und ausführlich zu befassen, um eine zufriedenstellende und zeitnahe Lösung erarbeiten zu können, bevor es zu einer Verschiebung der Industriezentren ins Ausland kommt.

 

Dem Staatssekretär des Arbeitsministeriums, Somkiat Chayasriwong, zufolge ergab eine Marktanalyse des industriellen Sektors in Thailand eine dramatische Erhöhung des Bedarfs an Arbeitskräften, im speziellen in den Sektoren der Textil-, Elektronik- und Maschinenindustrie. Chayasriwong bemerkte, dass innerhalb eines Zeitraumes von fünf Jahren, die Industrie Thailands einen Mehrbedarf von 250.000 Arbeitskräften benötige. Dies sei eine 19-prozentige Steigerung gegenüber letzen Jahres.

 

Thailänder werden immer unwilliger in arbeitsintensiven Industriezweigen zu arbeiten

 

Seit es für die thailändische Industrie immer schwerer wurde ausreichend einheimische Arbeitskräfte zu finden, die auch Willens sind in solch arbeitsintensiven Sektoren zu arbeiten, ging man dazu über vermehrt ausländische Arbeiter anzustellen.

 

Um dieser Entwicklung vorzubeugen drängt das thailändische Arbeitsministerium die Arbeitgebergemeinschaft nun auf eine faire Behandlung ihrer Arbeitkräfte, um zu verhindern, dass diese sich in regelmässigen Abständen nach anderen und besseren Arbeitgebern umsehen und das Berufsfeld kontinuierlich wechseln, was dazu führt, dass betroffene Firmen genötigt werden sich laufend nach einer neuen Arbeiterschaft umzusehen und gleichzeitig mit einer verminderten und langsameren Produktion einhergeht.

 

Zwang zu aufgabenübergreifenden Tätigkeiten als Kompensation

 

Der Interessenverband der thailändischen Bekleidungshersteller gestand zwischenzeitlich auch den Mehrbedarf an über 40.000 Facharbeitern ein. Diese Problematik wird derzeit noch damit damit kompensiert, das der Arbeiterschaft eine Leistung abverlangt wird aufgabenübergreifend mehrere Tätigkeiten gleichzeitg auszuführen, um Firmen weiterhin die Möglichkeit zu gewährleisten ihr Auftragsvolumen in kalkuliertem Zeitraum erfüllen zu können.

 

Sollte der thailändische Baht weiterhin seine Stärke gegenüber ausländischen Währungen beibehalten, könnte es mit dem Beginn des ersten Quartals 2011 viele Firmen, die sich ausschließlich auf den Export verlassen, in rote Zahlen drängen. Dies wird möglicherweise dazu führen, dass sich Unternehmen aus Thailand verabschieden und ihre Produktonsstätten nach Vietnam oder Indonesien verlagern, da dort die Produktionskosten wesentlich geringer sind.

 

Der Mangel an genügend Arbeitskräften könnte Thailand schwere wirtschaftliche Schäden zufügen und bedarf einer schnellen und nachhaltigen Lösung.