Mobilität

Verkehrsinfrastruktur in Thailand

Thailand verfügt über eine sehr gut ausgebaute Infrastruktur: Über 30 Flughäfen, davon sechs mit internationalen Verbindungen, sorgen für ein umfassendes Streckennetz im Luftverkehr. Auch das Straßennetz ist auf  rund 50.000 km gut ausgebaut. Vor allem größere Städte und wichtige Touristenziele sind sehr gut mit dem Auto zu erreichen. Das Schienennetz Thailands verbindet auf einer 4.500 km langen Strecke die größten Städte des Landes. Auch auf dem Wasserweg gibt es zahlreiche Verbindungen für Reisende die vom Speedboattransfer bis zur Autofähre reichen. In ländlicheren Gegenden oder den vielen Inseln sind Mopeds das bevorzugte Fortbewegungsmittel.  

Bahn

Bahnübergang
Das einzige Eisenbahnunternehmen Thailands, das zugleich auch verantwortlich ist für die Infrastruktur und die Unterhaltung, ist die staatliche State Railway of Thailand (kurz: „SRT“, Thai: การรถไฟแห่งประเทศไทย).

Das Bahnnetz besteht aus vier Hauptstrecken mit verschiedenen Abzweigungen. Eine Hauptstrecke führt nach Norden (nach Chiang Mai), eine nach Nordosten (Endstationen in Nong Khai bzw. Laos und Ubon Ratchathani), eine nach Osten (nach Aranyaprathet) und eine nach Süden. Letztere teilt sich bei Hat Yai in eine östliche Strecke nach Su-ngai Kolok und eine westliche Strecke nach Padang Besar auf.

Der wichtigste Bahnhof, von dem nahezu alle Züge auf diesen Strecken abfahren, ist der Bahnhof Hua Lamphong. In jede Richtung verkehren mindestens zwei Züge täglich. Es gibt drei Klassen, die meisten Züge führen aber nur die 2. und 3. Klasse. Vor allem in der 3. Klasse ist die Reise billiger als im Bus. Da die Höchstgeschwindigkeit auf den Schmalspurstrecken aber nur bei 60 oder 80 km/h liegt, dauert die Reise länger als mit dem Bus. Eingesetzt werden moderne Dieselzüge.

In den kommenden Jahren wird das Schienennetz massiv ausgebaut. So soll zum Beispiel eine zweigleißige Schnellzugverbindung Pattaya und Ranong mit Vientianne in Laos verbinden.

 

Straßen

Das thailändische Straßennetz erschließt einen Großteil des Landes. Einen wichtigen Impuls für die Entwicklung des Straßennetzes gab in den 1960er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts der Bau von Militärbasen im Nordosten des Landes für die US-amerikanischen Truppen, die zu jener Zeit in den Vietnamkrieg in Vietnam, Kambodscha und Laos verwickelt waren. Schon während des Zweiten Weltkriegs hatten die Japaner den Nordosten erschlossen. Seitdem ist das Straßennetz stark ausgeweitet worden.

Die Straßen lassen sich in fünf Kategorien einteilen: 

Trok

Die kleinste Einheit sind Pfade (oder Trok) die für den Straßenverkehr oft nicht passierbar sind und sich vornehmlich in den Außenbezirken der Städte finden. 

Soi

Größere Straßen, auf denen Autoverkehr möglich ist, heißen Soi. Auch wenn sie breiter sind als die Trok, ist es häufig nicht möglich, dass zwei Fahrzeuge aneinander vorbei fahren können. Vor allem in ländlichen Gebieten sind sie eigentlich nicht für den Fahrzeugverkehr vorgesehen. Sois gelten nur als Seitenstraßen von Thanons und bekommen meist keinen eigenen Namen, sondern werden durchnummeriert, beispielsweise Sukhumvit Soi 16.

Thanon

Die Hauptverbindungsstraßen werden Thanon genannt. Innerhalb der Städte haben Thanons einen Namen; die wichtigsten Verbindungsstraßen, die innerhalb der Provinzen und zwischen ihnen bestehen, sind nummeriert. Die Hauptverbindungsstraßen werden von den lokalen Behörden unterhalten, die auf Provinz-Niveau durch die Provinzverwaltungen vertreten sind. Die Qualität der Fahrbahn und die Straßenbreite können sich daher an der Grenze zu einer anderen Provinz ändern. Die Provinz Suphanburi ist landesweit dafür bekannt, dass die dortigen Politiker viel Geld in des Straßennetz der Provinz und der Stadt investiert haben.

Schnellstraßen

Schnellstraßen sind breiter als die Thanon. Sie bilden die wichtigsten Transportachsen des Landes. Wie auch bei der Eisenbahn lassen sich vier Hauptverbindungen unterscheiden, nach Norden, Nordosten, Osten und Süden. Fast alle Verbindungen kommen in Bangkok zusammen und sind nummeriert. Die Schnellstraßen Thailands sind vergleichbar mit den in Großbritannien üblichen „Dual Carriageway“. Der gesamte Verkehr kann überall auf die Straße gelangen und sie wieder verlassen, es gibt keine gesonderten Ein- und Ausfahrten. In der Regel haben sie zwei, teilweise aber auch drei oder vier Fahrstreifen je Richtung.


Autobahnen

Derzeit gibt es zwei Autobahnen in Thailand: von Bangkok Richtung Osten (Motorway 7) und eine Ringautobahn (Motorway 9) um Bangkok herum. In Bangkok und Umgebung gibt es zudem Hochstraßen, sogenannte Expressways, für die eine Maut bezahlt werden muss. Sie führen über das ebenerdige Straßensystem und sind unseren Autobahnen insofern vergleichbar, als es gesonderte Ein- und Ausfahrten gibt und Ampeln fehlen; ebenso ist ein Wechsel der Fahrtrichtung nicht möglich.