Sie bestehen meist nur aus einem überdachten Tresen. Sie sind in Pattaya fast an jeder Strasse zu finden. Das Nightlife-Zentrum mit den meisten Bars und Go-Go Bars liegt in Südpattaya, eine der Hauptrennstecken für Nachtschwärmer ist die Soi 8. Pattayas typische Beer Bar ist ein schnell aus Zement und Steinen gemauertes Geviert. Barmädchen und Kassiererin schlüpfen durch einen schmalen Zugang an ihren Arbeitsplatz. Vor dem Rechteck stehen ein Dutzend oder mehr Barhocker, über den Köpfen der Gäste brummen Ventilatoren.
Hinter dem Tresen werden Kühlung für Getränke und Eis, Tisch und Stuhl für die Kassiererin sowie eine Ablage für zehn oder mehr Flaschen Spirituosen aufgebaut. Mehr bietet eine spartanisch eingerichtete Beer Bar nicht. Und die ist im Touristenzentrum Standard. Wer höhere Beträge in seinen gastronomischen Betrieb investiert, bekommt seinen Einsatz umso später zurück - wenn überhaupt.
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Exorbitante Mieten und ein hohes Schlüsselgeld verdrängen Pattayas Bar-Szene mehr und mehr von den angestammten Standtorten an der Beach Road und der Second Road. In den letzten Jahren sind an der Soi Buakhao und deren Nebenstrassen sowie an der 3rd Road attraktive Beer Bars, Pubs und GoGo-Bars entstanden. Inzwischen investieren Thais und Ausländer ebenso am Stadtrand und jenseits der Sukhumvit Road. Die Lokale in Naklua, an der Soi Siam Country Club, der Soi Muslim und der Soi Khao Noi sind aber eher für motorisierte Residenten gedacht, die hier problemlos einen Parkplatz finden. Doch einige Wirte scheinen ein Wegegeld zu erheben. In deren Bars zahlen Short-Time- oder Langzeitgäste ein gutes Stück mehr als in der Walking Street oder der Soi Yodsak. Bei den erheblichen Preisunterschieden fällt die lästige Parkplatzsuche in der Innenstadt dann wieder nicht ins Gewicht.
Das Scheitern ihrer Ehe war für die meisten Prostituierten der Grund, ihren Lebenserwerb im Rotlichtmilieu zu suchen. Bei einer Umfrage des National Advisory Council for Economics and Social Affairs (NACESA) in rund 100 Entertainment-Betrieben gaben mehr als zwei Drittel der befragten Frauen an, vor ihrem Job ein- oder zweimal verheiratet gewesen zu sein. 18 Prozent sagten, sie hätten keinen Beruf erlernt und vor der Prostitution keinen anderen Job ausgeübt. Rund 40 Prozent der Mädchen und Frauen kamen durch Freundinnen ins Sexgewerbe, 47 Prozent suchten sich ihre Stelle in Bordellen, Bars oder anderen Nachtlokalen aus eigenem Antrieb. Als Grund für diesen Schritt gaben einige Frauen an: „Ich habe keine Kenntnisse für einen anderen Beruf.“ Nicht wenige der als Service-Girls arbeitenden Thais sehen die Arbeit in Bars als Teilzeitbeschäftigung. Sie sind Töchter von Landwirten im Nordosten des Landes, dem Isaan. Nach der Reisernte fahren sie nach Bangkok oder in andere grössere Städte, um sich als Prostituierte zu verdingen. Monate später, wenn die Regenzeit einsetzt, kehren sie aus den Bordellen zu ihren Familien und auf die Felder zurück. Die Studie des NACESA ergab weiter, dass 37 Prozent der befragten Mädchen über 30 Jahre alt waren, 32 Prozent waren zwischen 21 und 25 und 25 Prozent zwischen 25 und 30. Sechs Prozent waren im Alter zwischen 15 und 20. Am meisten verdienen Prostituierte in den Massage Parlours. Monatliche Einkünfte zwischen 20.000 und 50.000 Baht sind hier die Norm, besonders hübsche und sexy Mädchen kommen auf einen wesentlich höheren Liebeslohn. Nach Angaben des National Economic and Development Board (NESDB) werden in der Sex-Industrie jährlich rund 100 Milliarden Baht umgesetzt. Die Zuwachsrate soll bei 9 Prozent liegen. Da die Einnahmen aus dem illegalen Gewerbe dem Staat weitestgehend keine Steuern bringen, wird seit Jahren über eine Legalisierung der Prostitution nachgedacht. Zu den Befürwortern einer Gesetzesänderung zählt der NESDB, aber nicht, weil dann die Steuereinnahmen sprudeln könnten. Der Ausschuss glaubt, dass der Menschen- bzw. Mädchenhandel effektiver bekämpft werden könnte, sobald der Prostituierten-Job anerkannt, die Frauen von Amts wegen registriert und Zonen für Bordelle geschaffen wären. Die in solchen Betrieben arbeitenden Frauen hätten Anspruch auf soziale Leistungen und könnten dann ein besseres Leben führen. Der NESDB plädiert weiter für die Legalisierung von Glücksspiel, mit geschätzten 130 bis 270 Milliarden Baht im Jahr (rund zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes) wesentlich umsatzstärker als das Sex-Gewerbe. Als Zeitpunkt, die Prostitution und das Glücksspiel aus der ökonomischen Grauzone zu holen, nennt der Ausschuss das Jahr 2007.
Ist Prostitution weiblich und männlich? Gehen Barmädchen der Prostitution nach oder verstehen sie sich eher als Geishas, als Service-Girls, als Unterhaltungsdamen? Denn (Bar)Mädchen klingt ja nach unschuldig und harmlos. Prostitution passt sicherlich zu der steigenden Zahl junger Frauen, Männer und Lady-Men, die auf der Strandpromenade zwischen Nordpattaya und der Walking Street Ausländer anmachen. Nicht zu vergessen die ebenfalls zunehmende Zahl der Short-Time-Bars, in denen willige Thais Gäste aufs Zimmer begleiten. Begleitung finden Männer weiter in den Karaoke-Bars und den vornehmlich von Thais aufgesuchten sogenannten Cafés, in denen kaum jemals Kaffee serviert wird. Es ist kaum anzunehmen, dass sich die Hundertschaften von Pattayas Masseurinnen in Saunen und Massage-Salons als Prostituierte sehen - obgleich viele ihre Kunden manuell und oral befriedigen. Und wo lassen sich Hotelangestellte und Serviererinnen von Restaurants einstufen, die nach Dienstschluss ihren sympathischen, zahlungskräftigen Gast ins Bett begleiten?
Na sowas! Jetzt haben Pattayas Service-Girls den Begriff „Qualitätstourist“ verinnerlicht und ihr Honorar drastisch angehoben. Mecky, alias Ladykiller ist sauer. Gegenüber der Redaktion beklagt sich der deutsche Stammtourist, dass die Ladys an den Bars absolute Mondpreise verlangten, „1.500 Baht für eine Nacht voller Seeligkeit“. Und es gäbe genug „Greenhorns“, die hier urlauben und ohne mit der Wimper zu zucken bezahlten. Mecky gesteht den Barmädchen zwar zu, dass sie in einem Land mit freier Marktwirtschaft ihren Verdienst bestimmen können. Nur sollten Farang diese Mondpreise nicht zahlen. Er übersieht, dass „Greenhorns“ anstandslos eineinhalbtausend Baht für eine Nacht voller Seeligkeit hinblättern. Weil sie von ihren Heimatländern ganz andere Preise gewöhnt sind. Denn dort, in den Nachtbars, kostet eine Stunde Horizontale ohne Seeligkeit das Mehrfache, was Dienstleisterinnen in der Stadt Pattaya als Honorar fordern. Stammtourist Mecky sehnt sich sicherlich nach den alten Zeiten zurück . . . als das Singha-Bier noch 20 Baht kostete und Barmädchen für 300 Baht Seeligkeit versprachen.
In Europa hält sich nach wie vor die Legende, Pattayas Barmädchen würden zu ihrem Job gezwungen. Emanzipationsbeauftragte führen in ihrem Kampf gegen den Sextourismus an: Die Barmädchen erleideten Gewalt von Zuhältern und Freiern, würden ausgebeutet, entwürdigt und gesellschaftlich ausgegrenzt. Das gibt’s natürlich in Thailand, wie auch Kinderprostitution und Menschenhandel. Nur ist das nicht der Alltag an den Bars. Prostitution, obwohl illegal, gehört zur gesellschaftlichen Realität. Mehrere hunderttausend Frauen und Männer gehen diesem Gewerbe nach, auch weil ihre Lebenssituation oft von grosser Not gezeichnet ist. Das trifft auf von ihren Männern verlassenen Frauen zu, die eine Familie zu ernähren haben. Aber nicht auf die blutjungen Mädchen, wie sie Touristen in den Bars und aGoGos erleben. Sie könnten, wenn sie denn wollten, in einer Fabrik, als Putzfrau in einem Hotel, als Bedienung in einem Restaurant arbeiten. Nur wäre ihr Verdienst dann wesentlich geringer. Schon Teenager bieten sich an, um ihr Studium oder ihren hohen Lebensstandard zu finanzieren, um sich das neueste Handy kaufen zu können.
Eine Umfrage unter im Bangkoker Patpong-Bezirk arbeitenden Barmädchen hat erneut bestätigt: Die Frauen wollen sich nicht als Prostituierte registrieren lassen. Sie befürchten, bis an ihr Lebensende stigmatisiert zu werden, selbst wenn sie ihren Job frühzeitig aufgeben. Mit dem Ergebnis der Umfrage hatte sich jüngst der Senatsausschuss für Kinder, Frauen und Senioren zu befassen. Thailands Politiker suchen derzeit nach Wegen, die in Rotlichtvierteln anschaffenden Frauen und Männer an das soziale Netz zu binden. Die in der sogenannten Sex-Industrie Beschäftigten sollen über den „Social Security Fund“ gegen alle Unwägbarkeiten eines Arbeitslebens abgesichert werden. Seit April 2002 müssen alle Unternehmen, Betriebe und Geschäfte ihre Mitarbeiter für den Fonds anmelden. Zu den sozialen Leistungen zählen u.a. Krankenversicherung, Arbeitslosengeld und Rente. Von den staatlichen Wohltaten profitieren die im Sex-Gewerbe arbeitenden Frauen und Männer auch deshalb nicht, weil deren Job in diesem Land immer noch illegal ist. Der Senatsauschuss will dem Parlament vorschlagen, nicht die Beschäftigten, sondern nur die Betriebe registrieren zu lassen. Wie die Frauen und Männer dann zur „Social Security Card“ kommen, hat das Gremium offen gelassen. Dem Ausschuss wurde zudem mitgeteilt, dass es landesweit zwischen 150.000 und 200.000 Prostituierte gäbe, darunter 30.000 Minderjährige.
Goldenen Boden für spezielle Dienstleistungen in Pattayas Sexgewerbe witterte „Domenica“, damals Deutschlands bekannteste Hure, schon 1997 in einem Interview mit dem FARANG. Die Grande Dame aus der weltberühmten Herbertstrasse in Hamburg hatte dazumal Pattayas Liebesdienerinnen Höchstnoten erteilt, jedoch die mangelnde Phantasie der Bar-, Bordell- und Bumsbuden-Besitzer bemängelt. Ganze sieben Jahre später wurde nun mit „The Castle“ der Horizont des Lustgewerbes deutlich erweitert. Im Dezember letzten Jahres wechselte das ziegelrote Kastell neben der Buffalo Bar an der 3rd Road seinen Besitzer. Im jetzt dunkelgrau gestrichenen Gemäuer wurde Pattayas erstes Lokal für Liebhaber des speziellen Objektes der Begierde, dem Fetischismus, eröffnet. Neulinge können bereits beim Eintrittsritual ihre masochistische Neigung prüfen. Vor dem trutzigen Tor stehend, hat man erst durch die kleine Luke hindurch ein paar kurze Fragen zu beantworten. Bei passender Antwort und positiv verlaufender Musterung weist einem das Gesicht hinter der Luke darauf hin, dass ein erster Drink 900 Baht kostet. Danach öffnet sich die schwere Holztüre, und der Besucher wird in eine andere Welt - das heisst vorerst mal an die schwarz getünchte, endlos lange Bar - geleitet. Das geräumige, in mehrere Räume und Abteile unterteilte Innere, ist mit düsterer Sphärenmusik beschallt und durch weit über hundert, lange, weisse für die meterlange Tropfenbildung extra angeritzte Kerzen beleuchtet. Die durch schwere, schwarze Vorhänge oder dichte Ketten abgeteilten Nischen halten nun die Objekte der verschiedensten Spielarten sinnlicher Lust bereit. An einer grob vergitterten Wand mit allerlei Fesselriemen räkeln sich zwei in schwarzem Leder gewandete Damen. Nebenan zwei als Schülerinnen mit weissen Söckchen, Zöpfchenfrisur und Minirock gestylte Girls und weiter hinten der klassische Männertraum einer Krankenschwester in Weiss mit gutem Einblick ins Decoltee. Weiter hinten, auf einer runden Granitbühne winden sich zwei Frauen in einem Käfig aus schwarzen Eisenstangen. Weiter gibt es Gynäkologiestühle, Schafotte, Lack, Leder und mehr. Das Ganze erweckt den kultivierten Eindruck des Besonderen. Ehrfurcht erregender Stil, der den Neuling leicht schaudern lässt. Fürwahr etwas Besonderes. Einige vom Stammhaus in Bangkok herübergewechselte Damen verstehen das Spiel und bieten schon durch Bewegung und Gestik eine erotisierende Augenweide. Zwei sichtliche Neulinge stehen etwas unbeholfen herum und begreifen wohl noch nicht so recht, um was es hier geht. In den düsteren Katakomben werden wie überall Alltagsthemen behandelt. Gespräche über den Tennis-Sieg von Roger Federer und die Empörung über die erhöhten Visagebühren hören sich in dieser Umgebung jedoch irgendwie grotesk und wie von einer anderen Welt jenseits des Gemäuers an. Ob Dominas, Sklavinnen oder einfach Mädchen in prickelnden Dessous, im Castle kann der Gast seinen Neigungen auf die Spur gehen. Der etwas schlaksige, blond gewellte Manager heisst Alain. „Hier entsteht ein Treff für kultivierte Herren mit dem besonderen Geschmack, eine Art Member Club, dem jeder, der die Regeln einhält, beitreten kann“ erzählt uns der Franzose. Freunde des Hauses werden per Email mit den Infos über die Themenabende und Veranstaltungen versorgt. Auch Fragen über die Spielregeln etc. steht Alain aufgeschlossen und mit Geduld gegenüber. Weitere Drinks werden mit 200 Baht berechnet. Was dafür geboten wird, ist am Eindringlichsten bei einem Besuch zu erfahren. The Castle ist täglich von 17.30 bis 2 Uhr geöffnet. Das schwer übersehbare Etablissement ist an der 3rd Road, ca. 400 Meter nördlich der Südpattaya Road gelegen, Telefon: 038.415.162.
Die Frauenbewegungen untersuchten die Arbeitsbedingungen von Prostituierten in drei unterschiedlichen, von Thais für Thais betriebenen Etablissements: Bars, Massage Parlours/Karaoke Clubs und Bordellen. Das Gehalt der Barmädchen bewegt sich zwischen 2.000 und 6.000 Baht im Monat. Ihre Arbeitsnormen: • Nur zwei freie Tage im Monat werden bezahlt. Für jeden weiteren Tag müssen die Mädchen 300 Baht bezahlen. • Freie Tage werden nicht gewährt an Freitagen, Samstagen und nationalen Feiertagen. Bei Verstoss rangieren die Strafen zwischen 500 und 1.000 Baht pro Tag. • Jeden Monat müssen die Frauen vier- bis zehnmal mit Kunden gehen, ansonsten werden ihnen 500 Baht pro verpasste Quote vom Gehalt abgezogen. • Monatlich müssen sie 80 bis 100 Drinks an Gäste verkaufen. Für jeden Drink weniger werden ihnen 30 Baht abgezogen. • Alle drei Monate müssen sie zum Gesundheits-Check. Wenn der Bluttest positiv im Bezug auf durch Geschlechtsverkehr übertragbare Krankheiten ist, bekommen sie für diesen Monat kein Gehalt aus- gezahlt. • Sie müssen Kleidung tragen, die von den Bars bestimmt wird. Anderenfalls wird eine Strafe von 100 bis 200 Baht fällig. • Sie dürfen, falls vorhanden, die Toiletten der Gäste nicht benutzen. Frauen, die in einem Bordell arbeiten, erhalten kein Gehalt. Dafür bekommen sie 50 Prozent dessen, was die Kunden für ihre Dienste bezahlen. Ihre Arbeitsbedingungen: • Die Arbeitszeit ist von 6 Uhr morgens bis Mitternacht, es wird auch rund um die Uhr gearbeitet. Das hängt vom Kundenandrang ab. Keine bezahlten freien Tage. • Die Frauen müssen entweder im Bordell wohnen oder dort, wo es der Bordellbesitzer bestimmt. • Jeden Tag müssen sie 50 Baht an die Polizei bezahlen. Für Unterkunft und Verpflegung werden täglich 200 Baht fällig. • Die Kondome müssen ebenfalls selbst bezahlt werden. Gesundheits-Checks sind jede Woche vorgeschrieben. • Sollte eine der Prostituierten beim Bordellbesitzer verschuldet sein, wird sie beim Ausgang von Personal begleitet. Die Mitarbeiterinnen eines Massage Parlours erhalten ebenfalls kein Gehalt. Sie erhalten ihren Anteil von dem, was die Kunden bezahlen. Ihre Arbeitsbedingungen: • Sie müssen sich nach den Arbeitsstunden richten, die vom Besitzer festgelegt werden. Ihre freien Tage müssen sie rechtzeitig vorher ankündigen. Die Anzahl ihrer Kunden wird ebenfalls vom Besitzer bestimmt. Die Frauen haben die Kleiderordnung zu beachten, die auch vom Besitzer festgelegt wird. Die Beschäftigten im Sexgewerbe erhalten keine Fürsorgeunterstützung. Die meisten von ihnen können auch das 30- Baht-Gesundheitskonzept der Regierung nicht in Anspruch nehmen, da sie „Zugvögel“ sind. Nur Einheimische der betreffenden Gegend mit Haushaltsregistrierung können sich nach diesem Gesundheitsschema in Krankenhäusern behandeln lassen. Wenn Prostituierte krank werden, müssen sie ihre Rechnungen selbst bezahlen. Sie können von keinerlei sozialer Sicherheit profitieren, da ihre Arbeitgeber sich weigern, sie als ordentlich Beschäftigte registrieren zu lassen. Und weil sie keine Beschäftigten sind, können sie keine Rechte und Fürsorgeleistungen nach den Arbeitsgesetzen für sich in Anspruch nehmen. Untersuchungen durch Frauengruppen haben ergeben, dass die Beschäftigten im Sexgewerbe ihre Tätigkeit nur als vorübergehend zur Unterstützung ihrer Familien betrachten. Deshalb wollen sie sich nicht offiziell registrieren lassen, auch aus Angst vor einem dauerhaften sozialen Stigma. Die Frauen wünschen sich: • Den Rechtsstatus ordentlich Beschäftigter. So hätten sie den Schutz der Arbeitsgesetze einschliesslich sozialer Sicherheit. • Die Aufhebung des derzeitigen Anti-Prostitutionsgesetzes aus dem Jahr 1960, ergänzt in 1996. Das Gesetz ermöglicht der Polizei, diese Frauen dauernd zu belästigen oder festzunehmen. Straf- oder Zivilgesetze sollten ausreichen, um Gesetzesbrecher aus diesem Milieu zu bestrafen. • Die Aufhebung unfairer Bestimmungen und Verordnungen gegenüber Barbetrieben. • Die Einrichtung eines speziellen Fonds für Beschäftigte im Sexgewerbe zur Ausbildung und zur beruflichen Weiterbildung. Die von der Regierung geplante Gesetzesänderung ist umstritten. Buddhisten argumentieren, die Legalisierung verleihe der Prostitution einen falschen Anstrich von Recht- mässigkeit. Feministinnen befürchten, der Handel mit Sex könnte aufblühen. Das Gewerbe selbst ist uneins. „So lange die Prostitution verboten ist, kontrolliert die Mafia das Geschäft“, sagt die Interessenvertretung Empower. „Es muss sich etwas ändern, damit die Angestellten nicht mehr als Sexsklavinnen gehalten werden.“ Thailands organisiertes Verbrechen wird seine Geschäfte zu verteidigen suchen. Betreiber kleiner Massagesalons begrüssen die geplante Legalisierung. Sie kalkulieren, dass die Steuern niedriger ausfallen als das Schutz- und Schweigegeld, das sie heute an Polizisten und weitere Staatsdiener zahlen.
Chonburis Provinzregierung hat noch einmal deutlich gemacht, dass ausländischen Betreibern bzw. Mitarbeitern von Bars, Restaurants und Internet-Cafés eine Arbeitsgenehmigung verweigert wird. Gouverneur Jadet Insawang hat die Bezirksverwaltung Banglamung angewiesen, Betriebe und Geschäfte, vornehmlich Bars, die auf den Namen von Ausländern oder deren Freundinnen/Frauen laufen, zu überprüfen und notfalls die Genehmigung zu widerrufen.
Ausländische Barbesitzer sollten ihre geschäftliche Situation nicht verkennen. Vor Gericht könnten sie nicht einen Barhocker, nicht einmal einen Teelöffel als ihr Eigentum einklagen. Kein amtliches Schreiben weist den Investor als Inhaber des Lokals aus. Die Lizenz läuft auf einen thailändischen Namen, auf den Namen der Frau, der Freundin oder der Immobilienbesitzer. Die Lizenz erlaubt den Ausschank von Alkohol. Für die Bedienung der Gäste darf Personal - weibliches oder männliches - eingestellt werden. Mehr sagt die Lizenz nicht aus. Wer sein Lokal als Stundenhotel führt und für eine Short-Time oder längere Zeit Zimmer vermietet, macht sich in diesem Land strafbar. Denn der Wirt, der dieser von Amts wegen nicht sein darf, wird keine Hotellizenz vorweisen können. Schafft er im Verborgenen, landet nicht er, sondern das Personal auf der Polizeiwache. Die dort fällige Geldbusse wird ihm aber nicht erspart bleiben.