Der Neubau an der Soi Post Office am Jomtien scheint die Beamten der Immigration zu beflügeln. Neben ihrer täglichen Arbeit wie Beratung und Erteilung neuer Visa wollen die Staatsdiener das Touristenzentrum von ausländischen Kriminellen säubern. Die Beamten fahnden intensiv nach Frauen und Männer, die thailändische Gesetze missachten. Bei der jüngsten Kampagne setzte die Immigration 548 Personen fest: Darunter waren 73 Kambodschaner ohne Arbeitsgenehmigung, bei 22 Farang war das Visum abgelaufen (Overstay), 15 Westler jobbten ohne Arbeitsgenehmigung, zwei Ausländer wurden per internationalem Haftbefehl gesucht, elf Thais hatten Ausländer bei ihrem ungesetzlichen Handeln unterstützt und unter 22 festgenommenen Urlaubern aus Usbekistan war eine Frau, die auf der Walking Street sexuelle Dienste anbot.
Anfang Dezember hat Pattayas Immigration ihre neuen Räume an der Soi Post Office am Jomtien (Soi 5) bezogen. Die Einwanderungsbehörde war seit 1983 an der Soi 8 in Pattayas Barviertel untergebracht. Während dort lediglich 200 Quadratmeter zur Verfügung standen, sind es in dem zweistöckigen Neubau zwischen dem Jomtien Thani Hotel und den View-Talay-Wohnblocks rund 600 Quadratmeter. Im Eingangsbereich ist rechter Hand ein weitläufiger, bestuhlter Wartebereich für Besucher, gegenüberliegend gibt’s die Formulare, und dort klären freundliche Damen Ausländer über das Prozedere auf. Wie schon am alten Standort, so müssen die Antragsteller auch am Jomtien an einem Automaten - je nach ihrem Anliegen - eine Nummer ziehen. Der Ausländer wird dann später aufgerufen. Den Besuchern stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung, rund 25 Abstellplätze auf dem Vorhof, weitere Autos können an der Soi Post Office geparkt werden. In einem Nebengebäude der Immigration sind ein Geschäft für Copys und Fotos sowie ein kleines Restaurant untergebracht. Das Immigration-Gebäude hat 25 Millionen Baht gekostet und ist mit modernen Computer-Systemen ausgestattet. Die Beamten sind Online mit Hotels und thailändischen Behörden verbunden und können die Namen von Ausländern mit internationalen Fahndungslisten abgleichen. Die Beamten hoffen, dass künftig weniger Kriminelle aus aller Welt im Touristenzentrum Unterschlupf finden. Die alten Büros an der Soi 8 werden nicht aufgegeben, sondern für polizeiliche Ermittlungen und zur Unterbringung von Straftätern (z.B. bei Überziehung des Visums - Overstay) weiterhin genutzt. Das neue Immigration-Office ist montags bis freitags von 8.30 bis 16.30 Uhr sowie am Samstag von 8.30 bis 12 Uhr geöffnet. Samstags ist der Service allerdings eingeschränkt (z.B. werden keine Anträge auf ein Jahresvisum angenommen).
In Pattayas neuem Immigration Büro, das sich seit ein paar Wochen bekanntlich an der Jomtien Beach Road Soi Post Office befindet, soll es demnächst möglich sein, die Visumsverlängerung per Internet vorzubereiten. Auf einem speziellen Formular schickt der verlängerungswillige Pattayaner in Zukunft seine Daten per E-mail dorthin. Am nächsten Tag braucht er dann seine Verlängerung nur noch abzuholen.
Visum Typ „B“ gibt‘s nur bei amtlichem Schreiben. Die auch für die Stadt Pattaya zuständige Arbeitsverwaltung in Chonburi hat eine wichtige Änderung bei der erstmaligen Beantragung eines Work Permits bestätigt. Ausländer, die ein von einem thailändischen Konsulat oder einer thailändischen Botschaft im Ausland ausgestelltes Non-Immigrant-Visum der Klasse „B“ benötigen, müssen neuerdings ein Schreiben der Arbeitsverwaltung vorweisen. Das bisherige Prozedere gilt nicht mehr. Der Ausländer reiste in ein Nachbarland, zum Beispiel auf die malaysische Insel Penang, und reichte dort beim thailändischen Konsulat seine Dokumente (Reisepass) und die seines künftigen Arbeitgebers ein. Mit dem Non-Immigrant-Visum „B“ im Pass konnte der Ausländer dann in Chonburi um ein Work Permit nachsuchen. Jetzt ist die Arbeitsverwaltung die erste Anlaufstelle. Der Antragsteller muss alle Firmenpapiere (u.a. Zahl und Namen der Anteilseigner, Jahresbilanz und Steuererklärung) sowie eine Bestätigung des Unternehmens vorlegen, dass die Firma den Ausländer beschäftigen möchte. Sind alle diese Dokumente in Ordnung, stellt das Thai Labour Office ein entsprechendes Schreiben aus. Auf dem Konsulat oder der Botschaft im Ausland hat der Ausländer neben seinem Reisepass nur noch dieses amtliche Schreiben vorzulegen. Ein thailändisches Unternehmen kann im Regelfall nur dann einen Ausländer beschäftigen, wenn es ein Kapital von zwei Millionen Baht nachweist. Bei der Beantragung eines Touristenvisums (60 Tage) oder eines Non-Immigrant-Visums der Kategorie „O“ hat es keine Änderungen gegeben.
In der Bezirksverwaltung Banglamung nahe der Sukhumvit Road gibt’s neuerdings einen One-Stop-Service. Dort werden nicht nur, wie gehabt, ID-Cards (Personalausweise) beantragt und Eintragungen in die House Registration vorgenommen. Thais und Ausländer können am Schalter auch Rechnungen (u.a. Wasser, Strom) bezahlen und sich über Dienstleistungen informieren.
Nach einer Eheschliessung muss eine Thailänderin den neuen Familienstand und Familiennamen im Einwohnerregister eintragen und ihre persönlichen Dokumente wie ID-Card und Hausregister ändern lassen. Das gilt sowohl für im Ausland als auch in Thailand geschlossene Ehen. Ein thailändischer Reisepass wird nur nach Vorlage der ID-Card und des Hausregisters verlängert bzw. erneuert. Enthalten diese Dokumente noch die alten Fakten, wird der Name im neuen Pass nicht geändert. Zur Änderung der persönlichen Dokumente bei der zuständigen Einwohnerbehörde (Amphoe) in Thailand sind folgende Unterlagen erforderlich: Der von der thailändischen Botschaft nach der Eheschliessung im Ausland aktualisierte thailändische Reisepass mit dem neuen Familiennamen. Die in Thai übersetzte und von der Thailändischen Botschaft beglaubigte Heiratsurkunde. Die vom Büro für Staatsbürgerschaft und Legalisation (Changwatana Road in Bangkok) noch einmal beglaubigte ausländische Original-Heiratsurkunde
Viel hat sich am Antragsverfahren für ein Jahresvisum nicht geändert. Weiterhin gilt: Der oder die Antragsteller/in muss 50 Jahre alt sein, 800.000 Baht bei einer thailändischen Bank deponiert haben oder ständige Überweisungen (Rente, Pension etc.) aus dem Heimatland sowie ein Non-Immigrant-Visum vorweisen. Die Immigrationbeamten an der Soi 8 möchten zwei ausgefüllte, mit Lichtbildern versehene Antragsformulare sowie jeweils zwei Kopien von Pass und Bankkonto sehen. Neu ist seit einigen Monaten eine Wohnsitzbestätigung durch Vermieter, Condomanagement oder Ehefrau/-mann als Hausbesitzer/in (ID-Card, Hauspapiere, Chanot als Kopie). Erst dann leiten die Beamten die Unterlagen zur Immigrationzentrale in Bangkok weiter. Bis die begehrte Jahres-Aufenthaltsgenehmigung in den Pass eingetragen werden kann, vergehen mindestens zwei Monate. Für ausländische Geschäftsleute gelten bei Beantragung eines Jahresvisums andere Regeln.
Bis 30 Tage braucht man kein Visa für Thailand, aber wer ein paar Tage dranhängen möchte muss! den Aufenthalt verlängern lassen (max. 10 Tage). Die Verlängerung des "Visums" läuft normalerweise unproblematisch ab und kann im günstigsten Fall bereits nach weniger als einer Stunde erledigt sein. Neben dem Reisepaß und dem zu zahlenden Betrag (500 B) ist ein Paßbild (zwei in Pattaya) erforderlich (Fotos können in Pattaya neben dem Immigration Office gemacht werden, oder schon von zuhause z.B. Flughafen Photoautomat mitbringen). Das Immigration Büro in Pattaya ist in der Soi 8, kennt jeder Taxifahrer. Außer in Bangkok werden die Formalitäten einer Verlängerung unter anderem routiniert und schnell in Chiang Mai, Koh Samui, und Phuket erledigt. Overstay, auch nur für 2-3 Tage zu riskieren wird spätestens bei der Ausreise erkannt und teuer bestraft, deshalb auch wenn umständlich ist lieber die paar Tage verlängern lassen.
Einen unerwarteten Aufschwung haben die drastisch erhöhten Visagebühren den lokalen Visa-Reise-Anbietern gebracht. Anstatt, wie bisher, nach Ablauf des Visums bei der Immigration die Aufenthaltsdauer um einen Monat verlängern zu lassen, fahren Ausländer, wenn sie denn in ihrem Pass ein Visum für mehrere Einreisen haben, ins benachbarte Kambodscha. Denn die Verlängerung des Sichtvermerks im Immigrationbüro 8 käme auf 1.900 Baht, die Visafahrt mit dem Bus auf 2.000 Baht. Für die 100 Baht mehr dürfen Touristen und Residenten je nach Visum-Typ zwei oder drei Monate im Land bleiben.
Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann Dokumente, Travellerschecks und Bargeld im Immigrationbüro an der Soi 8 deponieren. Dort gibt’s Safes zu mieten. Der Mietpreis beträgt pro Monat 400 Baht, die Jahresgebühr 4.000 Baht. Einziger Nachteil: Die Schliessfächer können nur während der Dienststunden der Einwanderungsbehörde geöffnet werden.
Ausländer, die durch eine schwere Krankheit oder nach einem Verkehrsunfall ans Bett gefesselt sind, brauchen bei Ablauf ihrer Aufenthaltsgenehmigung (Visum) das Land nicht zu verlassen oder persönlich im Immigration-Büro an der Soi 9 um eine Verlängerung zu bitten. Erkrankte Touristen und Residenten müssen der Immigration aber ein ärztliches Attest vorlegen. Das Zertifikat kann zwar von jedem in Pattaya ansässigen Krankenhaus ausgestellt werden, muss aber anschliessend amtlich beglaubigt werden. Nach Angaben der Immigration kommt dafür das staatliche Krankenhaus Banglamung in Naklua oder die Bezirksverwaltung in Banglamung in Frage.
Pol. Col. Jiraphan warnt Ausländer dringend davor, an der Grenze zu Kambodscha zwar thailändischen Boden zu verlassen, sich dann aber, um die Visum-Kosten für das Nachbarland zu sparen, ohne kambodschanischen Einreisevermerk beim thailändischen Beamten den Stempel zur zweiten Einreise zu holen (wir berichteten kürzlich darüber). Ein solches Verhalten sei illegal. Nach dem Immigration-Gesetz habe jeder Ausländer nach Ablauf seiner Aufenthaltsgenehmigung das Land zu verlassen und ausländischen Boden zu betreten.
Die Immigration (Einwanderungsbehörde) macht mit der 90-Tage-Meldung Ernst. Ausländer, die sich länger als 90 Tage in diesem Land aufhalten und sich nicht mit ihrem Pass in einem Immigration-Büro melden, müssen künftig mit einem empfindlichen Bussgeld rechnen. Die Regelung besteht bereits seit über 20 Jahren, wurde aber bislang eher lasch gehandhabt. Das Immigration-Gesetz B.E. 2522, Section 76, gilt für alle Ausländer mit Visa, die einen über 90tägigen Aufenthalt ermöglichen. Alle 90 Tage haben diese Pass-Inhaber auf der Immigration zu erscheinen und ein Formular auszufüllen. Die Einwanderungsbehörde möchte u.a. den aktuellen Wohnort des Ausländers in Erfahrung bringen. Bisher wurde die Bestätigung mit dem Datum, an dem sich der Pass-Inhaber erneut zu melden hat, dem Ausländer ausgehändigt. Und keine Behörde fragte jemals nach diesem Papierschnipsel. Kam der Ausländer erst vier oder fünf Monate später wieder, traf ihn auch nicht die Härte des Gesetzes. Das soll nun anders werden. Die 90-Tage-Meldung ist neuerdings fester Bestandteil des Passes und wird in das Dokument geheftet. Beim nächsten Immigration-Besuch an der Soi 8 wirft der Beamte einen Blick auf den Bestätigungsvermerk und ist gleich informiert. Ein weiterer, ebenfalls eingehefteter Zettel weist auf das Strafmass hin: Bei Verstössen drohen 5.000 Baht Bussgeld und pro Tag 200 Baht „Overstay“.