Pattaya und Umgebung haben jenseits von Gastronomie und Nachtleben eine ganze Menge zu bieten. Mit Unternehmungslust und wachen Sinnen ausgestattete Zeitgenossen können das leicht feststellen. Welten entfernt vom lauten Treiben des quirligen Ressorts liegt in 25 km Entfernung der Wat Thepprasat. Das Spezielle an diesem bezaubernden Bauwerk ist sein Äusseres, das komplett aus Glas besteht. Neben Glasfenstern und -türen weist der Tempel kleine Quadrate aus Spiegelglas auf. Das in vielen Farben reflektierende Licht gibt dem Tempel ein ständig wechselndes Aussehen - von hellblau über rosa zu grau und dunkelblau. Die Bauvorlage des zwischen 1954 und 1963 für 13 Millionen Baht entstandenen Tempels lieferte ein ähnliches Gebäude in Uthai Thani. Sowohl dort als auch im Tempel kurz vor Sattahip ist ein verstorbener Mönch in einem Sarg aufgebahrt, im hiesigen Tempel seit jetzt neun Jahren. Die aus mehreren Gebäuden und Tempeln bestehende Anlage wird trotz ihres gläsernen Schmuckstückes und der Lage direkt am Sukhumvit-Highway nur selten besucht und ist bei Ausländern weitgehend unbekannt. So werden dringend Gelder zum Unterhalt der Tempelanlage benötigt. Wer bis zum 13. März eine Summe ab 500 Baht spendet, wird als Sponsor namentlich mit einer Goldgravur in der Umfassungsmauer des Glastempels verewigt. Interessierte können sich an den Abt des Wat, Pra Khu Winai, wenden, der jedoch kein Englisch spricht. Die Wegbeschreibung: Man fährt die Sukhumvit Road in Richtung Sattahip. Bei Kilometer 6,8 in die rechts befindliche Ortseinfahrt von Bang Saray einbiegen. Die von einigen Bäumen etwas abgeschirmte Tempelanlage liegt direkt an dieser Hauptstrasse.
Die Familie Srifueangfung lässt sich Zeit mit ihrer Wallfahrtsstätte. Ein Jahr später als geplant wird der von ihr finanzierte Drei-Königreich-Park fertiggestellt und für Besucher freigegeben. Noch schaffen Handwerker an dem monumentalen Werk: Es soll an das verstorbene Familienoberhaupt Kiat erinnern, vor allem aber späteren Generationen chinesische Handwerkskunst vermitteln. Wer den Abzweig am Mab Prachan-Wasserreservoir nimmt und den Hinweisschildern zum „The Romance oft the Three Kingdoms Theme Park“ folgt, wird bereits vor der Zufahrt zum Park von Sicherheitsleuten gestoppt. Freundlich, aber bestimmt weisen sie die Besucher darauf hin, dass nur eine Weiterfahrt auf dem breiten Mittelweg bis zum grossen Busparkplatz erlaubt ist. Steigen Insassen aus, um Gebäude und die mit Motiven aus der chinesischen Geschichte bemalten Wandelgänge zu fotografieren, eilt der nächste Uniformierte herbei. Vor eineinhalb Jahren, als die Hauptgebäude bereits fertiggestellt waren, konnten Besucher die weitläufige Baustelle ungehindert durchwandern, die Architektur bewundern und die drei bis zu 30 Meter hohen, Pagoden nachempfundenen Gebäude aufsuchen: Das Hauptgebäude ist dem chinesischen Krieger Khong Beng gewidmet, ein weiteres zeigt den Stammbaum der chinesisch-thailändischen Familie Srifueangfung, und im dritten steht eine riesige Skulptur der Jao Mae. Die Mutter Jao wird von gläubigen Chinesen und Thais verehrt wie die Jungfrau Maria von Katholiken. Wer zu Jao Mae betet, darf auf Gesundheit, Erfolg und Glück - selbst bei der staatlichen Lotterie - hoffen. Kiat Srifueangfung hat sich besonders für ein Meisterstück der klassischen chinesischen Literatur interessiert: „Die Romanze der drei Königreiche“ ist die Geschichte Khong Bengs. Er war Krieger in einem der drei chinesischen Königreiche und ein strategisches Genie.
Im Drei-Königreich-Park auf einem 35 Rai grossen Gelände jenseits der Sukhumvit Road sollen alle Interessierten, vor allem Kinder aus China stammenden Familien, die Geschichte Khong Bengs kennen lernen. Die Bauherrn sind in der dritten Generation in Thailand lebende Chinesen. Sie sprechen und essen Thai, doch haben sie thailändische Kunst und Kultur noch nicht komplett aufgenommen. Das Monument, entworfen von der Architektin Professor Theerewan Wathanotai, weist deshalb auch chinesische und thailändische Aspekte auf. Mehrere Handwerker wurden eigens nach China entsandt, um dort erworbenes Wissen an thailändische Kollegen weiterzugeben. Das Hauptgebäude ist achteckig, weil die Zahl Acht für Chinesen eine Glückszahl ist. Auf den Dachfirsten sieht der Besucher Abbildungen von Tieren, die nach chinesischem Glauben beschützende Eigenschaften besitzen. Die Wandgemälde im Hauptgebäude und in den überdachten Wandelgängen stellen die Geschichte Khong Bengs dar oder zeigen weitere Motive aus der Historie Chinas. Während der Besucher zumindest aus dem Auto einen Blick auf die chinesische Wallfahrtstsätte werfen und die gärtnerische Gestaltung des Areals bewundern kann, bleibt für ihn das angrenzende Gelände tabu.
Mit ebenso grossem finanziellen Engagement - Insider sprechen von einigen hundert Millionen Baht - hat Chaikiri Srifueangfung, Sohn des verstorbenes Familienoberhauptes, auf 300 Rai eine Nobelherberge und einen aussergewöhnlichen Club geschaffen: Der „Horse Shoe Point“ ist ein Reit- und Polo-Club. Polo ist ein dem Hockey ähnliches Treibballspiel zu Pferde. Die jeweils zwei Mannschaften zu vier Spielern stellen seit Jahrhunderten Adlige, heute sind es eher die Superreichen dieser Welt. Anlage, Clubhaus, Ställe und Appartements sind vom Feinsten und werden vorwiegend an Wochenenden von Bangkokern genutzt. Das Pferde-Hotel beherbergt die 70 Vierbeiner des Besitzers und darüber hinaus, wenn ein Match ansteht, die Polo-Pferde. Neben zahlreichen Mitarbeitern stehen drei Tierärzte bereit. „The Horse Shoe Point“ ist zweifellos Pattayas exklusivster Club und bringt ein alternatives Weltbild in das von seinem schlechten Image so arg gebeutelte Touristenzentrum. (kabu)
siehe auch auf unserer Pattayas Ausflugseite...