Es sah fast nach einer Einigung zwischen den verfeindeten Parteien aus. Thailands Regierungschef Abhisit Vejjajiva legte den oppositionellen Rothemden ein Angebot für Neuwahlen im November und die Parlamentsauflösung für September vor.
Grundsätzlich stimmten die Rothemden zu, stellen dann aber immer weitere Forderungen, die den Premierminister schlussendlich dazu zwangen sein Angebot zurückzuziehen und den Notstand in in den besetzten Gebieten auszurufen. So forderte man beispielsweise, dass sich der stellvertretende Regierungschef Suthep Thaugsuban der Polizei stelle, da er für die blutigen Auseinandersetzungen am 10. April verantwortlich war.
Da die Rothemden, wie gefordert, die besetzten Geschäftsviertel in Bangkok nicht räumen wollen, soll nun die Wasser- und Stromversorgung so weit wie möglich eingeschränkt werden. Zwischenzeitlich wurde das Viertel komplett vom Militär abgeriegelt, somit versucht man den Versorgungsnachschub der Protestler zu unterbinden und sie vollkommen zu isolieren.
Davon zeigte man sich allerdings auf der Gegenseite wenig beeindruckt, man hätte bereits seit Monaten eigene Stromgeneratoren, außerdem würde eine Wasserversorgungssperre halb Bangkok betreffen. Heute versuchen Rothemden eine Tankstelle in ihren Besitzt zu bringen, was darauf hindeutet, das sie sich weiter auf längere Auseinandersetzung mit den Regierungstruppen einrichten wollen. Zudem drohen den 24 ranghöchsten Anführern der UDD die Festnahme, sobald sie das besetzte Viertel in Bangkok verlassen.
Wie sehr sich die Lage gewandelt hat zeigt das gestrige Attentat auf den, von der thailändischen Armee suspendierten Generalmajor, Kattiya Sawadeepol, der als Identifikationsfigur der Rothemden gilt, bei einem Interview mit japanischen Reportern. Ein Schuss traf in an der Brust, der durch seine Sicherheitsweste abgefangen wurde, ein anderer Schuss traf ihn an der rechten Schläfe und trat gegenüber wieder aus. Man verbrachte ihn auf direktem Weg ins Krankenhaus, die Ärzte ließen bisher nur verlauten das er im Koma liegt und künstlich Beatmet werden müsste.
Trotz der Notstandsituation, den Schüssen und Granatenexplosionen, sowie der Aufmarsch des Militärs, um die umkämpften Gebiete, sammeln sich immer mehr schaulustige Thais, die sich damit selbst in Lebensgefahr bringen und die Lage komplett falsch einschätzen. Sofern die Behörden die Lage nicht umgehend unter Kontrolle bekommen, wird die Zahl der Toten in Bangkok sicherlich weiter ansteigen.
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Erstellt am: 14.05.2010
Kategorien:
Infos | Politik | Thailand |
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